Mythos 5: Wer mit Viren in Berührung kommt, erkrankt zwangsläufig

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Nur weil man mit Viren in Berührung kommt, wird man nicht zwangsläufig krank. Schließlich haben wir alle eine Immunabwehr. Gesundheitlich angeschlagene Menschen sind jedoch anfälliger und erkranken häufiger. Und auch ihre Sterberate liegt höher. Beim Coronavirus liegt diese durchschnittlich bei zirka zwei Prozent und damit deutlich höher als bei der der normalen Grippe. Hier liegt die Sterberate der infizierten Personen zwischen 0,1 und 0,01 Prozent. Bei gesunden Menschen, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben, schätzt Didier Sornette, Professor für unternehmerisches Risiko an der ETH Zürich, liegt die Sterberate weit unter zwei Prozent sein.

Um sich gegen Viren und Bakterien zu schützen, sollte man also seine Abwehrkräfte stärken. Und auch um die eigene Psyche sollte man sich sorgen. Wer achtsam mit sich umgeht, ist weniger anfällig für Krankheiten. Zudem sollten wir ausreichend Schlafen – am besten sechs bis neun Stunden. Und wie Melanie Schwoge in ihrem Artikel schreibt, gehört auch viel Bewegung zur Prophylaxe. Die eigene Abwehr stärken auch regelmäßige Saunagänge und wechselwarme Ganzkörperduschen.

Wichtig ist außerdem eine ausgewogene Ernährung. Das Schlucken von Vitamin C Präparaten wird jedoch nicht empfohlen. Dass die Abwehr stärkende Vitamin sollte dagegen über Lebensmittel zugeführt werden. Nicht nur die heiße Zitrone sollte daher insbesondere während der Grippewellen auf den Tisch kommen. Auch 150 bis 200 Gramm frischer Rosenkohl oder Spinat decken bereits den Tagesbedarf an Vitamin C.

 

 

„Was wirklich gegen Keime hilft“ betitelte die Journalistin Milena Schwoge ihren Artikel, der Anfang 2020 auf ZEIT ONLINE erschien.

Dank Ihrer Recherchen kristallisierten wir in unserer Meldungsserie fünf Mythen heraus, die sich nach wie vor halten. In loser Folge behandeln wir diese fünf Mythen auf unserer Website:

 


Quellenangabe:

Thomas Fuster, Gerald Hosp: „Risikoforscher Didier Sornette: «Eine Gesellschaft, die Risiken immer stärker kontrollieren will, steuert auf ihren Tod zu»“, nzz.ch, 12. Februar 2020
Psychosomatic Medicine: Cohen et al., 2006
MMW – Fortschritte in der Medizin: Offenbächer et al., 2017
Annals of Medicine: Ernst et al., 1990
Plos Medicine:Douglas & Hemilä, 2005