Erkältungsprävention: Fünf Mythen, die Sie kennen sollten

„Was wirklich gegen Keime hilft“ betitelte die Journalistin Milena Schwoge ihren Artikel, der Anfang 2020 auf ZEIT ONLINE erschien. Was wirklich gegen Keime hilft | ZEIT ONLINE

Dank Ihrer Recherchen kristallisierten wir in unserer Meldungsserie fünf Mythen heraus, die sich nach wie vor halten. In loser Folge behandeln wir diese fünf Mythen auf unserer Website:

    • Ob es ein Mythos ist, dass der Mundschutz vor Ansteckung schützt, behandelt dieser erste Mythos (lesen Sie untenstehend)
    • Stimmt es, dass die größten Gefahren im öffentlichen Raum liegen (2. Mythos)
    • Hilft der Einsatz von möglichst viel Desinfektionsmittel gegen Erkältungswellen? (3. Mythos)
    • Sind Spezialseifen wirklich die besseren Keimkiller? (4. Mythos)
    • Wird jede/r krank, wenn sie oder er mit Viren in Berührung kommt (5. Mythos)

 

Mythos 1: Ein Mundschutz schützt vor Ansteckung

 Nicht erst seit der Coronavirus-Krise erreichen uns Fernsehbilder aus Asien, die Menschen zeigen, die sich nur noch mit dem Mundschutz in die Öffentlichkeit wagen.  Milena Schwoge ist in ihrem Artikel der Frage nachgegangen, ob man sich mit einem Mundschutz wirklich vor der Ansteckung durch andere Menschen schützen kann. Die Antwort des Hygienikers Ernst Tabori auf ihre Frage ist ernüchternd. „Den Mundschutz kann man damit vergleichen, sich ein Küchenrollentuch vor das Gesicht zu binden.“ Denn da dieser selten Mund und Nase vollständig umschließt, können Erreger trotzdem eindringen. Ganz nutzlos ist das Tuch vor Mund und Nase jedoch nicht. Es verhindert durchaus, dass man sich unbewusst mit eventuell infizierten Händen in bzw. an Mund und Nase greift. Auch kommt uns Menschen zugute, dass die Viren, die ja so winzig sind, dass sie von den größeren Maskenporen nicht aufgehalten werden können, meist nicht alleine daher kommen: Sie kleben oft mit Sekret und anderen Viren zu Tröpfchen zusammen, die dann nicht mehr durch das elektrostatisch aufgeladene Gitter der Maske dringen können (schreibt in der Stuttgarter Zeitung Michael Brendler Gefährlicher Krankheitserreger: Schützen Atemmasken vor dem Coronavirus? – Wissen – Stuttgarter Zeitung ).

Auch wenn man sich selbst mit einem Mundschutz nicht effektiv vor einer Ansteckung durch andere schützen kann, ist er nicht ganz ohne Wirkung. Wer erkältet oder anderweitig krank ist, kann so möglicherweise andere Menschen schützen. Das Tuch fängt laut Schwoge einen großen Teil der infektiösen Speicheltropfen beim Niesen und Husten auf. Einprägen sollte man sich in diesem Zusammenhang doch immer wieder diese Regel: Am wirkungsvollsten, um sich vor Ansteckung zu schützen, ist und bleibt das Händewaschen! (Zum Welttag der Handhygiene).