Mythos 2: Im öffentlichen Raum lauern große Gefahren für die Gesundheit

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Für 87 Prozent der Deutschen ist laut einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH Kaufmännische Krankenkasse die Nutzung von öffentlichen Toiletten besonders unangenehm. Auf Platz zwei der Ekel-Skala stehen laut dieser Umfrage Haltegriffe in Bussen und Bahnen sowie Handläufe von Rolltreppen und Treppengeländern. Zahlreiche Untersuchungen haben zwar an Türklinken, Einkaufswagen, auf Handläufen von Rolltreppen oder in Verkehrsmitteln Keime nachgewiesen – doch weniger, als erwartet.

Der Großteil der Keime sind harmlose Hautbewohner des Menschen. Wie Milena Schwoge in ihrem Artikel auf ZEIT Online beschreibt, entscheidet nicht die Gesamtzahl an Mikroorganismen als solche über eine mögliche Infektion. Ausschlaggebend ist vielmehr, ob sich unter den Mikroben Infektionen verursachende, also pathogene Erreger befinden. Geht also beispielsweise gerade ein Norovirus um, dann muss man nicht zwingend die U-Bahn meiden. Man sollte jedoch noch stärker als sonst darauf achten, sich nicht mit ungewaschenen Händen in die Augen und den Mund zu fassen. Und in der Grippesaison sollte man in der Öffentlichkeit etwas mehr Abstand zu seinen Mitmenschen wahren, denn die Krankheitserreger verteilen sich meist durch Tröpfcheninfektion. Überhaupt gilt auch hier: Richtiges Händewaschen ist Trumpf. Das wiederum macht laut forsa-Umfrage nach einem Toilettengang nahezu jeder. Und immerhin jeder Fünfte tut dies tagsüber mindestens einmal pro Stunde. Dabei gilt: Nehmen Sie sich mindestens eine halbe Minute Zeit und reinigen Sie mit Seife Handrücken, Handballen, Finger, die Zwischenräume und die Fingernägel.

 

„Was wirklich gegen Keime hilft“ betitelte die Journalistin Milena Schwoge ihren Artikel, der Anfang 2020 auf ZEIT ONLINE erschien.

Dank Ihrer Recherchen kristallisierten wir in unserer Meldungsserie fünf Mythen heraus, die sich nach wie vor halten. In loser Folge behandeln wir diese fünf Mythen auf unserer Website:

 


Quellenangabe:

Jasmin Pospiech: „Ekel-Alarm: An diesen öffentlichen Plätzen lauern fiese Keime und Viren“, Merkur.de, 31.Oktober 2018
„Wien: Der Keimbelastung im öffentlichen Raum auf der Spur“,  DER STANDARD, 23. Dezember 2015